8/17
9/17
Programm / Literatur im Künstlerhaus / 5/17


Donnerstag, 18.05.2017, 19.30 Uhr // Literaturhaus Hannover
Die Empfehlung

Chris Kraus
„Das kalte Blut“

Moderation: Martina Sulner

Der Berliner Autor und Filmregisseur Chris Kraus hat mit Volker Schlöndorff, Rosa von Praunheim und Detlev Buck zusammengearbeitet und wurde für seine eigenen Filme und Drehbücher bereits mehrfach ausgezeichnet. Familiengeschichten, deren innere Widersprüche und verstörende Zusammenhänge mit der jüngeren deutsch-europäischen Geschichte sind Themen, die Kraus immer wieder behandelt: so in seinem 2017 in die Kinos gekommenen Film Die Blumen von gestern - und so auch in seinem neuen Roman Das kalte Blut, der die Jahre 1905–1974 umspannt, von abenteuerlichen politischen Verwicklungen und moralischen Abgründen erzählt und dabei von Riga über Moskau, Berlin und München bis nach Tel Aviv führt.

Der empfindsame Koja Solm aus Riga möchte als Künstler leben, doch finanzielle Sorgen und die politischen Umbrüche der dreißiger Jahren machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Und so lässt er sich von seinem strahlend-extrovertierten, älteren Bruder Hub in die NS-Bewegung in Lettland und später in Berlin hineinziehen.

Beiden Brüdern gemeinsam ist auch die leidenschaftliche Liebe für ihre Adoptivschwester Ev. Als sich herausstellt, dass Ev jüdische Wurzeln hat, kann Koja sie vor der Vernichtung bewahren. Nach dem Krieg und seiner Rückkehr aus sowjetischer Gefangenschaft muss er sich neu erfinden und verstrickt sich als Doppelagent immer mehr in Lügen - selbst Ev gegenüber, mit der er nach Israel zieht und die nur noch eines will: die Wahrheit über die Täter von damals zu Tage fördern.


Chris Kraus, geb. 1963 in Göttingen, lebt als Filmregisseur und Autor von Drehbüchern und Romanen in Berlin. Seit 1994 arbeitete er als dramaturgischer Berater und Autor u.a. für Volker Schlöndorff, Rosa von Praunheim und Detlev Buck. Seine eigenen Filme und Drehbücher (darunter Scherbentanz mit Jürgen Vogel, Vier Minuten und Poll) wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Filmpreis. Kraus´ Tragikomödie Die Blumen von gestern kam im Januar 2017 ins Kino und erhielt den Publikums- und Hauptpreis beim Tokyo International Film Festival sowie den Thomas Strittmatter Preis 2013 fürs Drehbuch.

Martina Sulner, geb. 1961, hat als Journalistin u.a. für Spiegel Spezial und FR gearbeitet und ist seit 2000 Redakteurin bei der HAZ.


Das Kino im Künstlerhaus zeigt in der Woche nach der Lesung preisgekrönte Filme von Chris Kraus:
Mo 22.5., 17:30 Uhr: „Vier Minuten“
, Deutschland 2006, 111’
mit Monica Bleibtreu, Hannah Herzsprung
Do 25.5., 17:30 Uhr: „Die Blumen von gestern“, Deutschland/ Österreich 2016, 125‘
mit Lars Eidinger, Adèle Haenel, Jan Josef Liefers
Fr 26.5., 17:30 Uhr: „Poll“, Deutschland/ Österreich/ Estland 2010, 129‘
mit Paula Beer, Edgar Selge, Jeanette Hain

Eintritt: 10,- / erm. 6,- Euro

Eine Zusammenarbeit mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

28.07.17 Webdesign & CMS U21 Hannover